Malerei

Ukraine

Der Arbeitskreis "Teilen mit der Ukraine" im Eine-Welt-Haus Jena unterstützt seit neun Jahren verschiedene Einrichtungen in der Kleinstadt Kotovsk, die 180 km nördlich von Odessa, nahe der moldawischen Grenze liegt. Die Stadt zählt 40.000 EinwohnerInnen und ähnelt, wie die meisten ukrainischen Kleinstädte, eher einem Dorf als einer Stadt: Viele leben in kleinen Häuschen und holen ihr Wasser aus dem Brunnen, nahezu alle besitzen einen Garten oder ein Stück Land und ein paar Tiere. Durch die geringen Löhne und die große Arbeitslosigkeit ist Selbstversorgung unabdingbar. Um Kotovsk herum gibt es kleine Dörfer, ein wenig Wald und viele, viele brachliegende Felder, die auf Grund der Schließung der Kolchose und des Geldmangels sowie fehlender Technik nicht mehr bearbeitet werden.

Eine Möbelfabrik ist das einzige größere Werk in Kotovsk. Saisonabhängig arbeiteten ansonsten in der Zuckerfabrik, welche jedoch 2008 geschlossen wurde, noch eine nennenswerte Anzahl von Menschen.

Die Arbeitslosigkeit beträgt derzeit 50% oder mehr. Die fehlende Aussicht auf eine erfolgreiche und glückliche Zukunft lässt die Menschen in Passivität versinken und zu Alkohol und Drogen greifen.

Ziele
Bei den unterstützten Einrichtungen geht es vor allem darum, Investitionen durchzuführen, die ein unabhängiges Arbeiten ermöglichen. Gemeinsam koordinierte Arbeit ist in der Ukraine sehr ungewohnt. Durch die Zusammen-arbeit und das Ineinandergreifen der einzelnen Projekte (bspw. die Internats-kinder geben etwas ihrer Produkte an die Sozialstation und bekommen im Gegenzug Kleidung von den durchgeführten Sammlungen) wird versucht, eine neue Arbeitsweise zu vermitteln, die Kraft und Aufwand spart und doch mehr Erfolg bringt (z.B. gemeinsame Feldarbeit). Ressourcen, die bei den einen vorhanden sind, können für andere eine große Hilfe sein. Dabei ist es das Ziel, gesellschaftliche Randgruppen zu integrieren, Isolationen aufzubrechen und durch das gegenseitige Kennenlernen und Zusammenarbeiten Vorurteile abzubauen.

 

Teilen mit der Ukraine 2010

Eine neue Waschmaschine für die Sozialstation in Kotovsk

Nachdem in den letzten drei Jahren der Sozialstation in Kotovsk keine finanzielle Unterstützung aus dem Eine-Welt-Haus zukam, wurden in diesem Jahr bestehende Spendengelder verwendet, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auf Anfrage des Eine-Welt-Hauses an die Sozialstation, die vorhandenen Spendengelder sinnvoll einsetzen zu wollen, schickte uns diese eine Auflistung notwendiger Gerätschaften.

Die Wäscherei wäscht seit 11 Jahren konstant die Wäsche der betreuten Personen und hat seitdem keine Neuanschaffungen erhalten. Teilweise musste die Kleidung auch in diesem Jahr wieder per Hand gewaschen werden, so dass wir hoffen, gegen diese mühsame Arbeit für Abhilfe gesorgt zu haben. Mit Hilfe der 400 € Spendengelder wurden für die Wäscherei eine Waschmaschine und ein Bügeleisen, ein Durchlauferhitzer sowie ein Boiler angeschafft.

Auch wenn uns in Deutschland die Arbeit am Computer selbstverständlich erscheint, so lief ein Teil der Buchhaltung der Sozialstation bisher über Akten und Papier. Seit Ende 2010 soll die gesamte Buchhaltung auf das elektronische System umgestellt werden, was für neue Arbeitsbereiche der Sozialstation eine reine Notwendigkeit ist. Die Sozialstation begann Ende 2009, sich um die Registrierung und Unterlagenbeschaffung für Personen ohne Wohnung, Besitztum und Ausweis zu bemühen. Dafür müssen verschiedene Formulare ausgefüllt, gedruckt, beantragt, abgeändert und neu beantragt werden, was handschriftlich nicht durchführbar ist. Für 2011 wollen wir von weiteren Spendengeldern 3 Computer und Monitore kaufen und suchen dafür noch Unterstützung.

Der Kontakt zum Waisenhaus ist über die Jahre geblieben. In diesem Jahr wurde wieder eine erste Klasse eröffnet, aber insgesamt hat die Anzahl der Kinder um nahezu die Hälfte abgenommen. Von ehemals 230 Kindern sind es derzeit noch 97. Das bedeutet leider nicht unbedingt, dass weniger Kinder von ihren Eltern verlassen werden, die Eltern im Gefängnis sitzen oder die Familien schlichtweg zu arm sind, um die Kinder zu versorgen. Die sinkende Zahl der Kinder im Internat resultiert aus einem Programm  der Regierung, Kinder verstärkt in Pflegefamilien zu geben. Ungeklärt ist jetzt Zukunft des Internates, was der Aufnahme neuer Kinder entgegensteht. Im Sommer wurde den Kindern für zwei Wochen ein Aufenthalt am Meer ermöglicht, während die anderen zweieinhalb Monate leider weniger abwechslungsreich waren. Nach wie vor fehlt es an Spielgeräten und Beschäftigungsmöglichkeiten, während die Bekleidungs- und Ernährungssituation verbessert ist.

Computer für die Sozialstation: Die Sozialstation begann Ende 2009, sich um die Registrierung und Unter-lagenbeschaffung für Personen ohne festen Wohnsitz, Besitztümer und Ausweis zu bemühen. Dafür müssen verschiedene Formulare ausgefüllt, gedruckt, beantragt, abgeändert und neu beantragt werden, was handschriftlich nicht durchführbar ist. In diesem Jahr sollen mit weiteren Spendengeldern Computer und Monitore gekauft werden, um die gesamte Buchhaltung auf das elektronische System umzustellen.

Im Jahr 2011 konnten wir durch Sachspenden ein kleines Projekt in Tadschikistan begleiten.

Sparkasse Jena, BLZ 83053030, Spendenkonto 30600 Stichwort Ukraine

Kontakt: ukraine@einewelt-jena.de