Malerei

Das Fußballprojekt

November 2012

Die U-17-Mannschaft, die F. S.  Amigos, musste sich in den letzten Monaten mit einigen Schwierigkeiten auseinandersetzen, die mit der Organisation der Liga zusammenhingen.
Sie konnten sich im Sommerturnier aber trotzdem durchsetzen und gingen im Finale sogar als Sieger hervor. Das bedeutet, dass sie nun in einer höheren Liga spielen, gegen mehr Teams und stärkere Gegner. Das ist ein sehr großer Erfolg und gleichzeitig eine neue Herausforderung.

Das Sportprojekt

Das Sportprojekt wurde 2005 von zwei damaligen Freiwilligen ins Leben gerufen. Damals begrenzte man sich aufs Volleyballspielen mit den Schulen „Los Medranos“ (Partnerschule Lobdeburgschule) und der Secundaria in Dulce Nombre (Partnerschule Jenaplanschule). Schon bald beteiligten sich auch Schüler anderer Schulen an dem Volleyballtraining. Einmal im Jahr traten Schüler unterschiedlicher Schulen in einem Turnier gegeneinander an.

Mit den Jahren wurde es allerdings immer schwieriger dieses Projekt durchzuführen, bis es dann 2009 endete. Im gleichen Zuge aber gab es einen Personalwechsel in APRODIM im Schulpartnerschaftsprojekt. Mit Edwin Noguera war ein neuer, sehr junger und kreativer Projektverantwortlicher gefunden wurden und so entwickelte sich auch das Sportprojekt völlig neu. Von den SchülerInnen, die oft schon in ihrer Freizeit Fußball spielten, kamen immer mehr Anfragen, ob man nicht professionell in einem Team spielen und bei der Stadtmeisterschaft antreten könnte. Gesagt, getan. Im Januar 2010 traten erstmals drei Teams zu den Turnieren des Nicaraguanischen Fußballverbundes an, zwei Männerteams der Kategorien U-19 und U-16, sowie ein Mädchenteam (da nicht viele Frauen Fußball spielen, gibt es hier keine Alterseinteilung). Alle spielen in der dritten Liga, der Stadtmeisterschaft. Natürlich funktioniert so etwas nicht einfach, man braucht auch einiges an finanzieller Unterstützung, für einheitliche Sportsachen, Bälle, Trainingsgegenstände, sowie für  Weiterbildungen der Trainer und die Einschreibung in die Liga. Dafür bekam das Projekt viel Hilfe aus Deutschland. Der Verein Hintertorperspektive e.V. veranstaltete z.B. ein Fußballturnier. Die Einnahmen daraus wurden dem Fußballprojekt in Nicaragua vollständig gespendet. Eine große Sachspende bekamen wir von Michael Florschütz, vom Thüringer Fußballverband,die  Jenaer Ortsgruppe der SPD gab uns finanzielle Unterstützung und vom FC Carl Zeiss Jena bekamen wir einen ganze Trikotsatz.

Die Saison in Nicaragua ist etwas anders aufgebaut als in Deutschland. Die Saison ist dort in zwei Hälften aufgeteilt und diese in sich auch wieder in drei Teile. Die vier Teams, die sich nach 14 Spieltagen auf den ersten vier Plätzen der Tabelle befinden, treten gegeneinander im Halbfinale an und die jeweiligen Sieger stehen sich im Finale gegenüber. Diese Mini-Liga wird in Hin-und Rückspielrunde ausgetragen. Das Endspiel wird am Ende der Saison zwischen den beiden Siegern der zwei Hälften ausgetragen. Die U-19 Mannschaft hat in der ersten Hälfte der Saison das Finale erreicht und ist Vizemeister geworden. Die U-16 Mannschaft hat den vierten Platz belegt und die Mädchen, die viele Anfangsschwierigkeiten hatten, haben einen guten sechsten Platz belegt. Außerdem wurden drei Spieler der unterschiedlichen Teams ausgewählt, um in der Mannschaft von San Marcos zu spielen, was bedeutet, dass sie in der 2. Liga spielen würden und somit auch manchmal international zum Einsatz kommen. Alles in allem kann man sagen, dass dieses junge Projekt jetzt schon sehr erfolgreich läuft.

Aber es gab auch immer wieder Probleme. So konnten z.B. viele Jugendliche nicht am Training teilnehmen, da ihre Eltern es verbieten. Das passiert aus unterschiedlichen Gründen. Oftmals müssen die Jugendlichen sehr viel arbeiten, um ihre Familie mit zu finanzieren und somit bleibt nicht viel Zeit für Fußball. Auch haben sich die SpielerInnen schon oft verletzt und durften dann nicht weiter spielen und manchmal sind es auch religiöse Gründe, weshalb Jugendliche nicht spielen dürfen. Ein weiteres Problem dieser Saison war, dass fast alle SpielerInnen kein ausreichendes Schuhwerk besaßen und somit das Spielen erschwert wurde.

Aber warum ist es eigentlich so wichtig und lohnenswert dieses Projekt durchzuführen? Die meisten unserer Jugendlichen kommen aus den ärmsten Vierteln der Stadt, also von da, wo es sehr viel Kriminalität, Gewalt und Drogen gibt. Wir hoffen, ihnen durch das Spielen in einer Mannschaft, durch psychosoziale Betreuung und durch das Ziel, irgendwann in einer professionellen Mannschaft spielen zu können, eine Alternative zu bieten. Aus dem Mannschaftszusammenhalt, aus Freundschaften und Erfolgen können die Schüler Kraft schöpfen und mehr Selbstsicherheit erlangen. Mit anderen Worten: Die Ziele, die wir mit unserem Sportprojekt hier in San Marcos verfolgen, sind die gleichen, die ein ähnliches Projekt in Jena oder jeder anderen Stadt der Welt auch verfolgen würde.

Unser Ziel ist es, das Projekt von Jahr zu Jahr besser zu machen und die Fußballschule auch zu vergrößern.

Wir danken allen Menschen, die uns bei diesem Projekt unterstützen, ganz herzlich.

 

Susanne Loosch

Projektverantwortliche

Oktober 2010

 

 

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