Malerei

Radioprojekt

Die Vertreter der Partnerstädte mit Dr. Vásquez (2.von rechts) und dem Bürgermeister von San Marcos (Mitte)
William Grigsby erläutert die Sendetechnik in seinem Radiosender
Die Technik ist angekommen
Errichtung des Sendeturmes
Im neuen Studio
Die Vertreter der Partnerstädte bei der symbolischen Eröffnung des Bürgerradios im März 2009

"Wenn ein Radio die Teilnahme der Bürger fördert und ihre Interessen verteidigt; wenn es sich zur Aufgabe macht, den Geschmack der Mehrheit mit Witz und Hoffnungen zu treffen; wenn es wahrhaft berichtet; wenn es hilft, die tausend und ein Probleme des Alltags zu lösen; wenn im Programm alle Gedanken behandelt werden und alle Meinungen geachtet werden; wenn die kulturelle Vielfalt statt der Vereinheitlichung der Vermarktung angeregt wird; wenn die Frau Trägerin der Kommunikation ist und nicht bloße Dekoration oder Lockvogel der Werbung; wenn keine Form der Diktatur toleriert wird, nicht einmal die Musik von den DJs aufgezwungen wird; wenn die Worte Aller ohne Diskriminierung und Zensur fliegen - dann ist es ein 'Radio comunitaria'." José Ignacio López Vigil, Koordinator von AMARC (siehe )

Ob der Oberbürgermeister der Stadt Jena, Dr. A. Schröter, und der Vorsitzende des nicaraguanischen Vereins APRODIM, Dr. R. Vásquez, bei ihrem Gespräch in San Marcos im Jahr 2006 diese Worte von José López kannten, ist ungewiß. Jedenfalls betonte     Dr. Vásquez die Notwendigkeit der Existenz eines Bürgerradios in San Marcos und sein Gegenüber sicherte finanzielle Hilfe zu. Damit war der Grundstein für die Errichtung eines kommunalen Bürgerradios in der nicaraguanischen Partnerstadt von Jena gelegt. In der Folgezeit entwickelte sich aus dieser Idee eine internationale Unternehmung, denn der finanzielle Beitrag zur Errichtung des Bürgerradios in Höhe von ca. 30.000 Euro wurde zusammen mit den europäischen Partnerstädten von San Marcos, Helmond/Niederlande und Biel-Bienne/Schweiz (zur Internetseite hier), erbracht.

Der Werdegang des Projektes

In den Jahren 2007 und 2008 führte Dr. Vásquez Gespräche mit nicaraguanischen Institutionen hinsichtlich der Genehmigungen zur Errichtung des Bürgerradios San  Marcos.                                                                                                                              Im November 2008 reisten zwei Mitglieder des "Eine-Welt-Haus e.V. Jena", begleitet von dem Direktor des "Offenen Kanal Jena", nach San Marcos, um den Verein APRODIM bei seinem Vorhaben zu unterstützen. Während ihres Aufenthaltes besuchte die kleine Delegation verschiedene Radiosender in Managua und in der Umgebung von San Marcos, führte Gespräche mit William Grigsby, dem Chefredakteur des Radios "La Primerísima", um die nicaraguanische Radiolandschaft kennenzulernen, überarbeitete gemeinsam mit Dr. Vásquez die Angebote und Kostenvoranschläge für die Sendetechnik sowie das Betreiberkonzept (siehe) des zukünftigen Radiosenders. Kurz vor ihrer Abreise konnten die Mitglieder des "Eine-Welt-Hauses" in Managua die Genehmigung der Sendefrequenz in Empfang nehmen.                                                   Am Anfang des Jahres 2009 wurde von APRODIM die Sendetechnik im Ausland bestellt, das vereinseigene Büro zu einem Studio umgebaut, ein Chefredakteur und Mitarbeiter für das Radio gesucht. Vorgesehen war, das Bürgerradio im Monat April zu eröffnen. Geschuldet der Tatsache, dass die Sendetechnik fast sechs Monate bei dem nicaraguanischen Zoll lagerte und von diesem erst nach Intervention durch den Sohn des Präsidenten Daniel Ortega kostenpflichtig an APRODIM ausgehändigt wurde, konnte dieser Termin nicht gehalten werden und die Zeit verstrich bis zum September nahezu ungenutzt.                                                                                                          Im Monat September wurde die Sendetechnik durch Techniker des Radios "La Primerísima" im Studio in San Marcos installiert und die Sendetürme errichtet. Die zukünftigen Arbeitskräfte Alberto Cano (Chefredakteur), Lisseth Noguera (Sprecher/Technik), Marlon López (Sprecher/Technik), Edwing Noguera (Sprecher/Technik), Wagner Parriles (Sprecher/Technik) sowie die "weltwärts" - Freiwillige Jutta Gerber, erhielten bei Radio "La Primerísima" eine Einführung in die Organisation eines Radiosenders und in die Bedienung der Sendetechnik. Die hier genannten Personen besitzen aufgrund vorheriger Tätigkeiten Vorkenntnisse auf medialem Gebiet. Jutta, die "weltwärts" - Freiwillige, absolvierte vor ihrer Abreise nach Nicaragua ein zehntägiges Praktikum bei dem "Offenen Kanal Jena".                         Ende September erstellte das Sendeteam einen vorläufigen Programmablauf, Vorstellungen über die Profile der musikalischen Darbietungen und der Nachrichtensendungen wurden entwickelt. Am 24.September erfolgte die offizielle Präsentation des Radios gegenüber dem Bürgermeister der Stadt San Marcos und Funktionären des Verwaltungsbezirkes.                                                                         In der letzten Septemberwoche erhielt das Radio in San Marcos die Musikbibliothek des Radios "La Primerísima" zur freien Verwendung, Anfang Oktober wurden Erkennungsjingles produziert und die restliche Studiotechnik installiert. Der Bevölkerung von San Marcos teilte man die bevorstehende Eröffnung ihres Radiosenders durch Werbe- und Informationsveranstaltungen mit.

Und endlich! Am 08.10.2009, 15.30 Uhr, ging das Bürgerradio mit dem Namen "Solidaridad Stereo 104,5 FM" auf Sendung und wurde mit großem Interesse von der Bevölkerung aufgenommen. Der Sendebereich des Radios erstreckt sich über San Marcos, Masaya und San Pedro bis hin nach Jinotepe, El Rosario, Masatepe, Niquinohomos, Catarina und Dulce Nombre.

Zusätzliche Informationen 

Hier möchten wir Ihnen einen Text aus der "ILA - KARIBIK" (mehr von "ILA" ) vom Oktober 2003 mit dem Titel "Mehr rauschen statt Flimmern - Die Bedeutung von Radios in Nicaragua" vorstellen.

Artikel lesen (pdf-Datei)

Und hier die Internetadressen einiger Radiostationen aus Nicaragua, welche über das Internet empfangen werden können:

 

Viel Spaß beim Hören!