Für die Frau - und gegen familiäre Gewalt
So lassen sich mit wenigen Wörtern Projektgedanke und- ziele des seit dem Jahr 2000 bestehenden Frauenrechtsprojekts auf den Punkt bringen. Innerfamiliäre Gewalt ist - besonders in den ländlichen Gemeinden Nicaraguas - leider keine Seltenheit. Darunter leiden zum Großteil Frauen, die der Gewalt ihrer Ehemänner ausgesetzt sind, sei es durch Drohungen und Erpressungen oder schlicht durch Handgreiflichkeiten. "Promujer" hat es sich daher zum Ziel gemacht, in unserer Partnerstadt San Marcos gegen die innerfamiliäre Gewalt vorzugehen, Betroffenen zu helfen und die Rechte von Frauen und Kindern zu verteidigen.
Die Projektdurchführung gestaltete sich bisher in vier Phasen, von denen die letzte (2008-2009) von "Misereor" finanziert wurde. Förderer der vorangegangenen Teilabschnitte waren die Stiftung "Nord-Süd-Brücken", die "Missionszentrale der Franziskaner" sowie der "Weltgebetstag der Frauen- Deutsches Komitee e.V".
Tätigkeitsbereiche
An der Projektarbeit vor Ort sind drei festangestellte Mitarbeiter beteiligt. Eine Promotorin besucht regelmäßig die verschiedenen Stadtteile und Außenviertel von San Marcos, um dort mit betroffenen Familien zu sprechen und diese zu beraten. Zudem organisiert sie gemeinsam mit einer weiteren Mitarbeiterin des Projekts Schulungen für Frauen, in denen nicht nur Themen des Frauenrechts und der innerfamiliären Gewalt, sondern auch Inhalte zu Gender, Selbstvertrauen und elterlichen Pflichten behandelt werden. Im Büro unseres Partnervereins "APRODIM" können sich die Frauen zudem von einem Anwalt kostenlos beraten und ihre Anliegen rechtlich vertreten lassen. Bisher wurde dieses Angebot pro Jahr von über 100 Klientinnen dankend angenommen.
Kinderrechte sind der Eltern Pflicht
Bei der Zusammenarbeit mit den Frauen von San Marcos und innerhalb ihrer Betreuung stellte sich bald heraus, dass diese mit weiteren familiären Problemen zu kämpfen haben, welche ebenfalls als Produkte der Ausübung psychischer Gewalt seitens ihrer Ehepartner zu sehen sind. So erhalten viele alleinerziehende Mütter von den Vätern ihrer Sprösslinge keine finanzielle und materielle Unterstützung in Form von Unterhaltszahlungen. Um diesen Missstand entgegen zu arbeiten, bietet "Promujer" auch hier wiederum Betroffenen Hilfe und kostenlose juristische Vertretung an, um den Frauen zu ermöglichen, dieses Recht zum Wohle ihrer Kinder einzuklagen.
Wie in Deutschland hat auch in Nicaragua jedes Kind und jeder Jugendliche das Recht, in die Schule zu gehen und einen Abschluss zu machen, zu wählen und sich rechtlich vertreten zu lassen. Vorausgesetzt, sie befinden sich im Besitz eine Geburtsurkunde. Und hier tritt in Nicaragua eine weitere Problematik auf: Viele Kinder besitzen ein solches Dokument nicht, weil ihre Eltern sie nach der Geburt nicht im Personenregister eintragen ließen. Somit entfallen auch die angeführten Rechte, denn ohne Geburtsurkunde existieren die Kinder für den Staat gar nicht. "Promujer" hilft Eltern bei der nachträglichen Registrierung ihrer Kinder und macht die Mütter und Väter verstärkt auf die Konsequenzen einer nicht vorhandenen Geburtsurkunde aufmerksam.
Ausblick
Ein weiterer wichtiger Projektinhalt, der in Zukunft noch vertieft werden soll, betrifft die Ausbildung von Promotoren in den Außenbezirken von San Marcos. Ziel ist es, engagierten Gemeindemitgliedern ausreichend Wissen über die behandelten Themen zu vermitteln, so dass diese in ihrem Ort als Ansprechpartner und Berater bei familiären Problemen fungieren können.
Mit unseren Mitarbeitern vor Ort suchen wir derzeit nach Finanzierungsmöglichkeiten für ein neues Konzept, das mehr auf die Familie als Einheit abzielt und die Rechte der Kinder und Jugendlichen stärker berücksichtigt. Das neue Projekt soll im Laufe des Jahres 2010 beginnen.
Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, vermerken Sie bitte das Stichwort "Promujer" auf Ihrer Überweisung.
aktuell
Am 1. Februar 2010 gab der Romanistenchor der FSU Jena in den Rosensälen ein Konzert.
Der Erlös von 300 Euro wurde dem Frauenrechtsprojekt zur Verfügung gestellt.
Es war nicht nur ein schönes Konzert,sondern auch ein erfolgreicher Abend für Frauen in San Marcos.
DANKE!!
