Malerei

Projekt Präventionsmedizin

Wir unterstützen seit Beginn der Städtepartnerschaft mit San Marcos Projekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung, vor allem in der ländlichen Zone.

So konnten wir mit einer finanziellen Förderung durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken und das bmz die Einrichtung einer Basisgesundheitsstation in Dulce Nombre ermöglichen.

Dank einer großzügigen Unterstützung durch Egon Scheich und Danny Schlicke vom Entwicklungsdienst Deutscher Augenoptiker und in Zusammenarbeit mit SODI wurde im Jahr 2011 in San Marcos eine Optikerwerkstatt gegründet, die Brillen zu erschwinglichen Preisen für die arme Bevölkerung anbietet.

Da die sandinistische Regierung die kostenlose medizinische Versorgung der Bevölkerung als eine ihrer prioritären Aufgaben formuliert hat, haben wir in unserer nächsten Projektphase eine Kooperation mit dem Gesundheits-ministerium vereinbart. 

Der Projektalltag vor Ort

Dieses Projekt findet wie das bisherige in der sehr hilfsbedürftigen Trockenzone in der Nähe von San Marcos statt. In diesem Projekt sind ein nikaraguanischer Krankenpfleger und eine nikaraguanische Krankenschwester, die beide schon Erfahrungen auf dem Gebiet der Vorsorge und Aufklärung mitbringen, als "Ausbilder und Aufklärer" fest angestellt.

Nach einer Vorbereitungsphase, in der alle Ortschaften hinsichtlich ihres Hygieneverhaltens und ihrer speziellen Gesundheitsprobleme evaluiert werden, erfolgt die Festlegung der Aufklärungsschwerpunkte für jede Gemeinde. In allen Gemeinden werden Aufklärungsveranstaltungen zu Themen wie Hygiene, sexuell übertragbare Krank-heiten, Übertragungswege von Tropenkrankheiten etc. durchgeführt. Die Menschen werden dabei auch direkt in ihren Häusern besucht, um die Bevölkerung vor Ort auf Probleme aufmerksam zu machen und sie so noch stärker dafür zu sensibilisieren.

Ein wichtiger Grundpfeiler des Projekts ist die Ausbildung von Multiplikatorengruppen in den einzelnen Dörfern. Diese Gruppen sollen ihr erworbenes Wissen in eigenen Veranstaltungen und Aktionen an ihre Nachbarn und Freunde weitergeben. Die Arbeit dieser Gruppen, die errungenen Erfolge oder erlittene Misserfolge in der Arbeit werden durch unseren Partnerverein APRODIM regelmäßig kontrolliert.

Unser Anliegen

Leider gibt es in Nicaragua bisher kaum Präventionsarbeit, da sowohl die finanziellen als auch personellen Ressourcen sehr begrenzt sind. Mit unserem Projekt wollen wir diesem Missstand begegnen, indem wir die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung betreuen und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen.

Wir hoffen, mit Ihrer Hilfe ein erfolgreiches Projekt auf den Weg bringen zu können! Unser Projekt hat einen Kostenumfang von ca. 9000US$ im Jahr und ist vorerst auf zwei Jahre ausgelegt.

Stand der Dinge Januar 2010

Die Vorbereitungsphase ist nun fast abgeschlossen. Alle Gemeinderäte wurden durch unseren Krankenpfleger Orlando Garay und unsere Krankenschwester Maura Zelaya über das Projekt informiert und zeigen großes Interesse. Die Zusammenarbeit mit dem beteiligten Gesundheitszentrum in San Marcos funktioniert nach anfänglichen Koordinierungsschwierigkeiten nun auch sehr gut. So werden in naher Zukunft Ärzte des Gesundheitszentrums an Veranstaltungen teilnehmen, zum Beispiel im Rahmen eines Vortrages zu „Schwangerschaft und Geburt“ und dabei zugleich Schwangerschaftskontrolluntersuchungen durchführen.

Allen Beteiligten ist das große Potential eines solchen Projektes klar und sie sind entsprechend motiviert, es durch ihre Mithilfe voran zu bringen. So fanden sich in allen Dörfern sehr schnell Helfer, welche unsere Mitarbeiter bei ihren Vorträgen und Workshops unterstützen wollen und auch Familien, die ihre Hütten für diese Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Seit November 2009 finden nun in einigen Gemeinden der Trockenzone schon die ersten Aufklärungs-veranstaltungen zu Themen wie HIV/AIDS, Dengue, Gebärmutterhalskrebs sowie Schwangerschaft und Geburt statt. Die Vorträge werden gut besucht und mit großem Interesse verfolgt. In den nächsten Wochen beginnt dann auch die Ausbildung der Multiplikatoren, welche ihr Wissen in die einzelnen Dorfgemeinschaften tragen sollen.

Stand der Dinge August 2010

Seit nunmehr fast einem Jahr läuft unser Projekt „Präventionsmedizin“ und es ist an der Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen. Mit großer Anstrengung ist es unserem nikaraguanischen Partnerverein APRODIM gelungen, das Projekt in der Trockenzone um Dulce Nombre zu etablieren und sogar noch auszuweiten. Die Hilfsorganisation Vision Mundial war auf unsere Arbeit aufmerksam geworden und nach einigen vorbereitenden Gesprächen entschloss man sich dazu, die Kräfte zu bündeln. So beteiligt sich Vision Mundial nun an den Projektkosten und im Gegenzug wurden dafür fünf weitere Gemeinden in das Projekt aufgenommen.

 

Täglich sind unser Krankenpfleger Orlando und unsere Krankenschwester Maura in der Trockenzone unterwegs, führen ihre inzwischen immer recht gut besuchten und mit Interesse verfolgten Aufklärungsveranstaltungen durch und helfen nebenbei, das eine oder andere Problem zu lösen, sei es medizinischer oder ganz alltäglicher Natur, wie zum Beispiel der Transport eines Huhns zu einem Kunden in die Stadt. Mittlerweile sind auch die ersten Multiplikatorengruppen ausgebildet und nach bestandener Abschlussprüfung durch das nikaraguanische Gesundheitswesen mit Zertifikat anerkannt. Alle sind natürlich mächtig stolz und nehmen ihre ehrenamtliche Arbeit in ihren jeweiligen Gemeinden sehr ernst. Natürlich werden sie auch weiterhin von Maura und Orlando unterstützt und gemeinsam wird daran gearbeitet, immer neue und auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmte Aufklärungsmethoden zu entwickeln. Denn vieles für uns ganz Selbstverständliche ist für die Bewohner der Trockenzone Neuland. Sie müssen überzeugt und Hemmungen müssen abgebaut werden. So gibt es zum Beispiel eine Vielzahl von Veranstaltungen, die die Notwendigkeit des Stillens für eine gesunde Kindsentwicklung zum Thema haben.

 

Insgesamt ist das Projekt also auf einem sehr guten und erfolgreichen Weg, aber wir sind bei weitem noch nicht am Ende, denn immer wieder tauchen neue Themen und Probleme auf, die von der bisherigen Projektausrichtung nicht erfasst sind, aber dringend einer Behandlung bedürfen. So wollen wir in den nächsten Wochen beginnen, das schon länger geplante Thema der Zahn- und Mundgesundheit stärker voran zu bringen. Dafür wird eigens eine Zahnärztin eingestellt, die sich intensiv diesem Thema mit all seinen Facetten, von der Notwendigkeit des richtigen und regelmäßigen Zähneputzens bis hin zu Maßnahmen der Vermeidung von frühkindlicher Karies, widmen wird.

 

Erik Wallstabe                                                                                im August 2010

Projektverantwortlicher