Die kleine Republik an der Westküste Afrikas wurde von freigelassenen Sklaven aus den USA („Ameriko-Liberianer“) im Jahr 1847 gegründet. Bis 1980 herrschte die ameriko-liberianische Oberschicht, verpachtete einen großen Teil des Landes an die US-amerikanische Firma Firestone als größte Kautschukplantage der Welt und unterdrückte die indigene Bevölkerung. Nach einem Militärputsch wurde 1980 mit Samuel Doe erstmals ein Liberianer aus einer der 16 indigenen Bevölkerungsgruppen Präsident, der trotz Misswirtschaft, Korruption und Wahlbetrug von den USA unterstützt wurde. 1989 begann Charles Taylor einen Bürgerkrieg, in dem bald viele unterschiedliche Gruppen gegeneinander kämpften. Mitte der 1990er Jahre kam unter UN-Vermittlung ein Waffenstillstand zustande; 1997 wurde Charles Taylor als Präsident gewählt. Kurze Zeit später flammten die Kämpfe wieder auf. Im Jahr 2003 wurde Liberia mit Hilfe massiver UN-Präsenz befriedet. Ellen Johnson-Sirleaf wurde zur ersten Präsidentin Afrikas gewählt.
Nach dem Ende der Kriege befindet sich Liberia in einem katastrophalen Zustand. Die öffentliche Infrastruktur ist noch immer zerstört. Strom und fließend Wasser sind auch in der Hauptstadt Monrovia rar. Hunger, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit und Kriminalität bestimmen den Alltag der meisten LiberianerInnen, von denen viele auch unter den im Krieg erlittenen Traumatisierungen leiden. Das Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren. Bildung ist dringend notwendig für den Wiederaufbau der Gesellschaft und Sicherung des labilen Friedens.
vom Eine-Welt-Haus e.V. Jena in Zusammenarbeit mit dem deutschen Zweig der Vereinigung der Weltbürgerinnen und Weltbürger ( http://www.worldcitizens.de/) unterstützt die liberianische Nicht-Regierungs-Organisation Center for Youth Empowerment (CYE) und deren Bildungs-Projekte in Monrovia: eine Grundschule, eine Schneiderschule für Frauen, Friedens- und Aufklärungsarbeit.
Kontakt: liberia@einewelt-jena.de