Malerei

Kleinkreditprogramm

Projekt PROFIMESAMA

Der Eine-Welt-Haus e.V. Jena hat sich bereits seit einigen Jahren zum Ziel gemacht, Frauen aus San Marcos, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, gezielt zu unterstützen. Mit dem Mikrokreditprojekt PROFIMESAMA wollen wir noch einen Schritt weiter gehen: Ziel ist es, Frauen bei der Gründung eines eigenen Geschäftes und der damit verbundenen Generierung eines eigenen Einkommens zu unterstützen.

Besonders in den ländlichen Zonen Nicaraguas ist es bis zum Erreichen einer Gleichstellung von Männern und Frauen noch ein beschwerlicher Weg. Viele Frauen sind von ihren Ehemännern wirtschaftlich abhängig, da sie im Gegensatz zu ihnen nicht über ein eigenes Einkommen verfügen und so nur wenig zum Familienunterhalt beitragen können. Daraus resultieren nicht selten Formen von psychischer und auch körperlicher Gewalt innerhalb der Familien. Auch wenn die Frauen beispielsweise durch Trennung oder Tod ihrer Gatten plötzlich auf sich allein gestellt sind, kann diese finanzielle Abhängigkeit schwerwiegende Folgen haben.

Dabei haben viele Frauen den Willen, mit einem kleinen Geschäft zum Familieneinkommen beizutragen oder dies notfalls allein zu erwirtschaften. Die Ideen dazu sind vorhanden - woran es fehlt, ist allein das nötige Startkapital von wenigen hundert US- Dollar und zu Beginn eine ökonomische Betreuung. Hoffnung auf einen Bankkredit können sich die meisten Frauen jedoch nicht machen: Dazu fehlen ihnen die notwendigen Sicherheiten und die finanziellen Möglichkeiten, die hohen Zinsen von rund 30 Prozent jährlich zu zahlen.

Die Auszahlung von Kleinkrediten durch PROFIMESAMA wird die Frauen befähigen, ihre Geschäftsideen in die Tat umzusetzen. Neben der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen stehen dabei auch die Steigerung ihres Selbstwerts und die Stärkung der Familien im Mittelpunkt. Durch Weiterbildungskurse und wirtschaftliche Beratung können die Frauen im Projekt Basiswissen für den Aufbau eines Geschäfts und den Umgang mit Mikrokrediten erwerben. Des Weiteren ist u.a. die Durchführung von Werbekampagnen sowie Stadt- und Bezirksmessen geplant, auf denen die Frauen die Möglichkeit haben ihre Produkte besser zu vermarkten.                                   

Das Projekt arbeitet mit rund 200 Frauen in zwölf Stadtvierteln, Dörfern und Gemeinden von San Marcos zusammen. Die Frauen sind bereits in kleinen Solidargruppen organisiert und führen in regelmäßigen Abständen Treffen und Aktivitäten in ihren Gemeinden durch.