
2003 übernehme ich die Paten-schaft für Yilber Sequeira; da ist der Junge 17 Jahre jung und befindet sich in einer landwirt-schaftlichen Berufsausbildung.
Das Foto, das ich habe, zeigt einen jungen, schlanken Mann und ich weiß, dass er gern liest und zu den besten in der Ausbildung gehört.
Wir schreiben uns und immer wenn ein „Kurier“ nach San Marcos fliegt, geht ein Buch für ihn mit auf die Reise. Sein Leben kann ich mir aber so gar nicht vorstellen...
Im Dezember 2006 besuche ich ihn in Nicaragua, da beendet er seine Ausbildung – unsere Wege werden sich jetzt wohl wieder trennen, denke ich auf dem Weg dorthin... Gleich am ersten Tag unseres Kennenlernens frage ich ihn, ob er sich vorstellen kann, nach Deutschland zu kommen, um ein berufliches Praktikum zu absol-vieren. Er hat eine schlaflose Nacht und mir ist klar, dass ich diesen geweckten Traum nicht enttäuschen darf ...
2008 ist es soweit – Yilber absolviert ein dreimonatiges Praktikum bei den Stadtwerken in Erfurt. Ohne ein Wort deutsch lernt er die Grundlagen der Müllverwertung und er lernt schnell und viel ...
Zurück fährt er mit viel praktischem Wissen, sehr gutem Deutsch – aus Yilber ist ein selbstbewusster, stolzer junger Weltbürger geworden.
Heute ist er Projektleiter für den Aufbau der Müllverwertung in San Marcos und es ist nicht das Ende unserer Patenschaft... 2012 wird Yilber einen internationalen Masterstudiengang auf dem Gebiet für tropischen Pflanzenanbau in Göttingen belegen...
... und deshalb kann er nicht selbst erzählen; er paukt „so ganz nebenbei“ Englisch; es ist eine Voraussetzung für das Studium.
Sylvia Brenner